Tag 1: Der kalte Entzug von Windows – Warum ich den harten Cut gemacht habe
Es gab diesen einen Moment. Kein schleichender Prozess, sondern dieser eine Tag, an dem das Fass einfach überlief.
Wer im Alltag viel mit Systemarchitektur und Servern zu tun hat, wünscht sich für den eigenen Desktop vor allem eins: Kontrolle. Doch Windows hat sich über die letzten Jahre immer weiter von diesem Grundsatz entfernt.
Überall Bloatware, Werbung im Startmenü, penetrante Microsoft-Konto-Zwänge und das ständige Gefühl, dass im Hintergrund Daten gesammelt werden, die das Betriebssystem schlicht nichts angehen. Die Bevormundung wurde mir schlichtweg zu viel.
Ich wollte ein System, bei dem ich wieder der Herr im Hause bin:
- Komplette Freiheit: Ich entscheide, was installiert ist, was im Hintergrund läuft und wann Updates eingespielt werden.
- Kein Daten-Abgreifen: Ein System, das für mich arbeitet – nicht für die Werbebranche.
- Totale Anpassbarkeit: Von der Performance-Schraube tief im Kernel bis hin zu jedem einzelnen Pixel auf dem Desktop.
Was ist mit Gaming?
Ein Grund, warum viele den Wechsel vor sich herpacken, ist das Thema Zocken. Auch ich spiele abends nach Feierabend extrem gerne eine Runde Solo-Games auf dem PC, um abzuschalten.
Bevor ich den Stecker gezogen habe, habe ich mich kurz schlau gemacht: Laufen meine Favoriten unter Linux? Wie steht es um Proton, Vulkan und Wine?
Die Erkenntnisse waren schnell da: Dank Proton und den enormen Fortschritten bei Linux-Gaming sah die Lage hervorragend aus. Also fasste ich den Entschluss – keine halben Sachen.
Keine Sicherheitsnetze: Der harte Wechsel im Oktober 2025
Ich habe bewusst auf Dual-Boot verzichtet. Dual-Boot verleitet dazu, beim ersten kleinen Problem oder Bequemlichkeitsanfall sofort wieder ins gewohnte Windows zu booten.
Im Oktober 2025 habe ich die Festplatte plattgemacht und bin direkt, ohne Rückfahrschein, ins kalte Wasser gesprungen.
Was danach folgte? Ein wilder Ritt. Das klassische „Distro-Hopping“ ließ natürlich nicht lange auf sich warten – denn wenn man einmal versteht, wie viel Auswahl und Flexibilität Linux bietet, möchte man am liebsten alles auf einmal ausprobieren...
Aber wie genau diese wilde Phase aussah und warum mich das am Ende bis hin zur Entwicklung einer eigenen Distro gebracht hat, erzähle ich im nächsten Post!