Eigentlich war der Plan ein anderer. Wer das Projekt VeloxOS schon eine Weile verfolgt, weiß, dass ich ursprünglich einen ersten Release für Frühling 2026 angedacht hatte.

Daraus wurde nichts. Und ich möchte hier ganz transparent erzählen, warum das so ist, wo das Projekt heute steht und wie sich meine Vision für das System drastisch weiterentwickelt hat.

Kurz gesagt: Ein Betriebssystem entwickelt sich nicht auf dem Papier, sondern im täglichen Einsatz. Und mein eigener Weg durch die Linux-Welt hat das Fundament von VeloxOS mehr als einmal komplett auf den Kopf gestellt.

Phase 1: Die Anfänge auf Manjaro & CachyOS

Angefangen hat alles mit dem Wunsch nach einem perfekten System für meine eigenen Bedürfnisse. Die erste Iteration von VeloxOS basierte auf Manjaro, ergänzt durch gezielte Performance-Elemente von CachyOS und ein eigenes Repository, um beide Welten so zu verbinden, wie ich es mir vorgestellt habe.

Doch je tiefer ich in die Administration eintauchte, desto deutlicher wurden für mich die Grenzen und Eigenheiten von Manjaro. Ich wollte mehr Kontrolle, weniger Ballast und ein absolut sauberes System.

Phase 2: Der Ausflug zu NixOS („Klingt doch genial, oder?“)

Der nächste logische Schritt war der Wechsel auf ein reines Arch Linux. Aber wie das beim Basteln so ist: Ich habe mich privat intensiv mit NixOS beschäftigt. Die Idee von deklarativer Systemkonfiguration und unzerstörbaren Rollbacks hat mich begeistert.

Ich dachte mir: „Hey, eine Performance- und Gaming-Distro auf NixOS-Basis gibt es so gut wie gar nicht – das wäre doch die Marktlücke!“

Also habe ich VeloxOS komplett umgebaut und auf ein NixOS-Fundament gehoben.

Phase 3: Die Rückkehr zu den Wurzeln (Arch Linux)

Nach intensiver Arbeit und vielen Tests musste ich mir jedoch ehrlich eingestehen: So faszinierend NixOS im Theorie-Teil ist, das direkte, pragmatische Arbeiten mit Arch Linux liegt mir am Ende einfach mehr. Es ist flexibler für das, was ich vorhabe, und fühlt sich für mein persönliches Setup „zu Hause“ an.

Also hieß es erneut: Kommando zurück. Das gesamte Konzept wurde wieder auf eine reine Arch-Basis umgestellt.

Wo stecke ich aktuell fest? (Der Status Quo)

Dass aus dem Frühjahr-Release nichts wurde, liegt schlicht daran, dass ich VeloxOS nicht einfach als lieblos zusammengeklickte Distro auf den Markt werfen will. Das Projekt wird von mir als Einzelperson gestemmt – mit Unterstützung von KI als Sparringspartner zum Code-Review, für tiefere Systemanalysen und zum schnelleren Verständnis komplexer Zusammenhänge.

Aktuell arbeite ich an vier massiven Baustellen gleichzeitig:

  1. Eigene Tools entwickeln: Ich schreibe eigene System- und Welcome-Tools, die wirklich einen Mehrwert bieten und stabil laufen müssen.
  2. Eigenes Repository aufbauen: Das Repo wird nicht mehr das halbe System spiegeln, sondern dient rein der Pflege meiner eigenen Entwicklungen und spezifischen PKGBUILDS.
  3. ISO-Building mit Archiso: Ich baue den Build-Prozess so um, dass aus einem nackten Arch ein fertiges Live-System mit dem Niri Wayland-Compositor und der Noctalia-Shell entsteht.
  4. Out-of-the-Box Hardware-Support: Das wohl kniffligste Thema. Eine einzige ISO soll sofort, ohne Gefrickel, auf physischer Hardware (egal ob Intel, AMD oder NVIDIA GPUs) und sauber in virtuellen Maschinen (VMware/KVM) laufen.

Fazit: Qualität, Balance & echte Prioritäten

VeloxOS ist durch diesen Reifeprozess nicht gescheitert, sondern erwachsen geworden. Ich habe gelernt, dass eine Neuausrichtung kein Rückschritt ist, sondern der einzige Weg, um am Ende ein System abzuliefern, hinter dem ich zu 100 % stehen kann.

Gleichzeitig muss ich realistisch bleiben: VeloxOS ist ein Herzens- und Hobbyprojekt. Ich nehme es extrem ernst und baue mit voller Leidenschaft daran – aber am Ende des Tages gibt es Dinge, die immer Vorrang haben: Meine Frau, meine Kinder und auch einfach mal Zeit für mich selbst.

Da ich beruflich schon den ganzen Tag tief in der IT stecke, ist es mir wichtig, abends auch einfach mal abzuschalten, den Kopf freizubekommen und die Arbeit am System nicht in Stress ausarten zu lassen.

Ich schraube ohne Druck Schritt für Schritt weiter. Sobald der ISO-Build die ersten sauberen Durchläufe auf echter Hardware absolviert, gibt es hier das nächste Update!

Last Update: November 04, 2026

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